Individualsoftware für ein mittelständisches Unternehmen kostet bei uns zwischen 15 und 120 Personentagen. Eine überschaubare Fachanwendung liegt am unteren Ende, ein Kundenportal mit ERP-Anbindung zwischen 40 und 120. Ihr Budget ergibt sich, wenn Sie diese Tage mit dem Tagessatz aus den Angeboten multiplizieren, die Ihnen vorliegen. Wo Ihr Vorhaben in der Spanne landet, hängt selten an der Zahl der Bildschirme. Es hängt an den Daten und an den Systemen drumherum.
Warum wir in Personentagen rechnen
Euro-Beträge ohne Kontext helfen Ihnen nicht weiter. Tagessätze unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter, und ein niedriger Satz mit doppelt so vielen Tagen ist kein Schnäppchen. Der Aufwand in Personentagen lässt sich dagegen zwischen Angeboten vergleichen. Steht bei einem Anbieter 30 und beim anderen 90, dann haben beide etwas Verschiedenes verstanden, und genau darüber sollten Sie mit ihnen reden.
Ein Personentag ist ein Arbeitstag einer Person. Programmieren ist davon nur ein Teil. Analyse, Konzept, Tests, Dokumentation und die Abstimmung mit Ihnen gehören dazu und machen in den meisten Projekten einen spürbaren Anteil aus.
Was den Aufwand treibt
Zwei Anwendungen, die im Entwurf ähnlich aussehen, können im Aufwand weit auseinanderliegen. Nach unserer Erfahrung liegt es fast immer an einem dieser Punkte.
Der erste sind die Schnittstellen. Eine Anwendung, die für sich allein arbeitet, ist einfach. Sobald sie Daten aus dem ERP, dem Webshop oder der Buchhaltung braucht, kommt für jedes System ein eigenes Arbeitspaket dazu. Wie groß es wird, entscheidet die Gegenseite: Eine dokumentierte Schnittstelle ist planbar, ein nächtlicher Datei-Export ist es weniger. Wie solche Verbindungen funktionieren, steht in unserem Beitrag Schnittstellen erklärt.
Der zweite Punkt ist die Frage, ob die Anwendung nur anzeigt oder auch schreibt. Daten anzeigen ist überschaubar. Wenn Eingaben zurück in ein anderes System fließen, braucht es Prüfungen, Fehlerbehandlung und eine Regel, welches System im Zweifel recht hat.
Dann kommen Rollen und Rechte. Dürfen alle alles sehen, ist das schnell gebaut. Gibt es Abteilungen, Standorte, Vertretungsregeln und Freigaben in mehreren Stufen, wird die Rechteverwaltung zu einem eigenen Teilprojekt.
Am häufigsten unterschätzt wird der Zustand der vorhandenen Daten. Wer eine Excel-Liste ablöst, die über Jahre gewachsen ist, findet darin doppelte Einträge, freie Textfelder mit mehreren Schreibweisen und Spalten, deren Bedeutung niemand mehr kennt. Das Aufräumen gehört zum Projekt, ob man es eingeplant hat oder nicht. Mehr dazu in Von Excel zur Web-Anwendung.
Was im Preis enthalten sein sollte
Ein Angebot, das nur die Entwicklung nennt, ist unvollständig. Fragen Sie nach, wenn einer der folgenden Punkte fehlt. Später kommt er sonst als Nachtrag.
- Analyse mit schriftlich festgehaltenen Anforderungen
- Konzept mit Bildschirmentwürfen
- Entwicklung einschließlich Tests
- Anbindung der genannten Systeme und Übernahme der Altdaten
- Dokumentation und Einweisung der Nutzer
- Übergabe von Quellcode und allen Zugängen
Bei uns ist das alles Teil des Festpreises. Was zu einer sauberen Übergabe gehört, haben wir in Quellcode-Übergabe: Was Sie am Ende bekommen sollten aufgeschrieben.
Welche Kosten nach dem Start kommen
Mit dem Go-live ist die Rechnung nicht zu Ende, und ein seriöses Angebot sagt das auch. Die Anwendung muss irgendwo laufen. Dazu gehören ein Server, Überwachung, tägliche Datensicherung und Sicherheitsupdates. Wir bieten den Betrieb in einem deutschen Rechenzentrum zu monatlich gleichen Kosten an. Sie können die Anwendung aber genauso gut selbst oder bei einem anderen Anbieter betreiben, der Quellcode gehört ja Ihnen.
Dazu kommt die Weiterentwicklung. Kaum eine Anwendung bleibt, wie sie am ersten Tag war. Sobald die Leute damit arbeiten, haben sie Wünsche, und die besten Ideen kommen erst im Alltag. Planen Sie dafür im ersten Jahr ein Budget ein. Wie groß es sein muss, entscheiden Sie selbst, denn jede Erweiterung bekommt bei uns ein eigenes Angebot.
Wie Sie den Aufwand senken
Am meisten spart, wer klein anfängt. Eine erste Fassung, die den Kern des Ablaufs abdeckt, ist schneller fertig und zeigt, was danach noch fehlt. Oft ist das weniger, als man vorher dachte.
Lassen Sie außerdem nichts nachbauen, was es fertig gibt. Buchhaltung, Zeiterfassung und E-Mail-Versand kauft man ein und bindet sie an. Wann Standardsoftware die bessere Wahl ist, steht in Individualsoftware vs. Standardlösung.
Und benennen Sie eine Person, die entscheiden darf. Projekte werden teuer, wenn jede Rückfrage erst durch mehrere Abteilungen wandert. Wir entwickeln in Abschnitten von zwei Wochen und zeigen nach jedem Abschnitt einen Stand zum Ausprobieren. Das funktioniert nur, wenn auf Ihrer Seite jemand zeitnah sagt, ob es so passt.
Festpreis oder Abrechnung nach Aufwand?
Für Auftraggeber im Mittelstand halten wir den Festpreis für das fairere Modell, solange ihm eine Analyse vorausgeht. Sie wissen vor dem Start, was Sie zahlen, und das Risiko einer Fehleinschätzung liegt beim Dienstleister. Einen Festpreis ohne Analyse würden wir dagegen niemandem empfehlen. Der ist geraten, und geratene Preise enthalten entweder einen hohen Aufschlag oder enden im Streit über Nachträge. Die Abwägung im Einzelnen finden Sie in Festpreis oder Abrechnung nach Aufwand.
So kommen Sie zu einer belastbaren Zahl
Schreiben Sie auf, welchen Ablauf die Anwendung abbilden soll, welche Systeme beteiligt sind und wie viele Menschen damit arbeiten werden. Mit diesen drei Angaben kann ein erfahrener Anbieter im ersten Gespräch sagen, ob Sie eher bei 15 oder eher bei 100 Personentagen liegen. Die verbindliche Zahl gibt es nach der Analyse.
Wie wir solche Projekte angehen, steht auf der Seite Individualsoftware entwickeln lassen. Wenn Sie Ihr Vorhaben einschätzen lassen möchten, schreiben Sie uns. Das Erstgespräch kostet nichts, und wir antworten in der Regel innerhalb eines Werktags.