Fangen Sie mit einem kleinen, klar abgegrenzten Ablauf an, der heute spürbar Zeit kostet, und nicht mit dem ERP. Wenn Digitalisierung im Mittelstand scheitert, liegt es nach unserer Erfahrung meist an der Auswahl des ersten Projekts. Wer mit dem größten System beginnt, wartet am längsten auf ein Ergebnis und trägt das höchste Risiko.
Warum das ERP selten der richtige Start ist
Ein ERP-Wechsel betrifft jeden Ablauf, jede Abteilung und sämtliche Daten. Er ist das anspruchsvollste Digitalisierungsprojekt, das ein Unternehmen angehen kann. Als erstes Projekt ist er wie eine Bergtour ohne Training. Sammeln Sie vorher Erfahrung mit Projekten, die nach Wochen ein Ergebnis zeigen und nicht erst nach Jahren.
Woran Sie ein gutes erstes Projekt erkennen
Der Ablauf kostet heute erkennbar Zeit, etwa durch Zettel, doppelte Erfassung oder ständige Rückfragen. Der Umfang ist überschaubar: ein Team, ein Ablauf, ein klarer Anfang und ein klares Ende. Und das Ergebnis merken nach der Einführung alle Beteiligten im Alltag, bis hin zur Kollegin im Lager.
Typische erste Projekte
Gute Kandidaten sind Urlaubsanträge und Krankmeldungen, die Wareneingangserfassung am Tablet statt auf dem Laufzettel, ein digitales Schichtbuch, automatische Auftragsbestätigungen oder ein einfaches Kundenportal für Statusanfragen. Keines davon dauert länger als ein Quartal. Bei unseren Projekten kommt das erste Ergebnis in der Regel nach vier bis acht Wochen im Alltag an.
Vom ersten Projekt zum Fahrplan
Nach zwei oder drei kleinen Projekten wissen Sie, was solche Vorhaben bei Ihnen tatsächlich kosten, und Sie haben Leute im Haus, die das nächste Projekt mittragen. Beides steht in keiner Strategiepräsentation. Erst dann lohnt sich der Blick auf die großen Themen wie Dokumentenmanagement oder ERP.
Womit Sie morgen anfangen können
Fragen Sie in zwei oder drei Abteilungen, welcher Ablauf am meisten nervt. Nehmen Sie den kleinsten davon. Wenn er nach ein paar Wochen digital läuft, geht das zweite Projekt schon leichter.