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Cloud-Migration ohne Stillstand: Auf die Reihenfolge kommt es an

Von Simon Gloël, Geschäftsführer, BlitzWorks
, 3 Minuten Lesezeit

Eine Cloud-Migration lässt sich so planen, dass der Betrieb an keinem Tag unterbrochen wird. Dafür ziehen Sie die Systeme nacheinander um, beginnen mit den unkritischen und lassen das alte System weiterlaufen, bis sich das neue im Alltag bewährt hat. Die Sorge vor dem Stillstand hören wir trotzdem oft, wenn ein Umzug aufgeschoben wird.

Erst die Inventur, dann der Anbieter

Bevor Sie über Anbieter oder Preise sprechen, müssen Sie wissen, welche Anwendungen wo laufen, wer sie nutzt und wie sie voneinander abhängen. Diese Inventur dauert meist ein bis zwei Wochen. Sie verhindert den teuersten Fehler, den wir kennen: die Fachanwendung, die nach dem Umzug niemand mehr erreicht, weil irgendwo die Adresse des alten Servers fest eingetragen war.

Unkritische Dienste zuerst

Beginnen Sie mit Diensten, die für sich stehen und deren Ausfall niemanden aufhält, zum Beispiel Dateiablage, Intranet oder Zeiterfassung. Danach folgen E-Mail und die Werkzeuge für die Zusammenarbeit. Die Fachanwendungen mit Datenbank kommen zum Schluss. Bis dahin hat Ihr Team den Ablauf schon zweimal erlebt, und für jeden Schritt gibt es einen Rückweg.

Parallelbetrieb statt Stichtag

Der klassische Fehler ist der Umzug übers Wochenende: Freitag abschalten, Montag soll alles neu laufen. Wir planen stattdessen zwei bis vier Wochen Parallelbetrieb. Das neue System wird produktiv genutzt, das alte bleibt als Rückfallebene stehen. Abgeschaltet wird erst, wenn zwei Wochen lang niemand mehr auf das alte System zugegriffen hat.

Datenschutz gehört in die Anbieterwahl

Serverstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag und Löschkonzept lassen sich nach dem Umzug kaum noch ändern. Klären Sie sie deshalb, bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden. Mit Rechenzentren in Deutschland oder der EU ersparen Sie sich die rechtliche Unsicherheit, die Datentransfers in Drittländer mit sich bringen.

Kurz gesagt

Ein Umzug ohne Stillstand besteht aus einer Inventur, einer Reihenfolge mit den unkritischen Diensten am Anfang und einem Parallelbetrieb mit Rückweg. Jeder dieser Schritte kostet Zeit, die im Plan stehen muss. Rechnen Sie vor allem den Parallelbetrieb von Anfang an ein. Sonst wird er am Ende aus Ungeduld gestrichen, und dann fehlt der Rückweg genau an dem Tag, an dem Sie ihn brauchen.

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